Archiv der Kategorie: Allgemein

Däi namber srie

19.03.2014

  1. Was haben wir heute gemacht?

    Wir haben uns direkt in der Schule getroffen und die ersten beiden Stunden bzw. 1,5 Std. die drei Songs von den Vortagen (Madness und die beiden eigen komponierten) aufgefrischt, einzeln geprobt mit Soundcheck etc. und dann in einem Durchlauf durchgespielt; daraufhin haben wir einen Soundcheck in der Cafeteria gemacht und zum Hofpausenklingeln unsere drei Stücke den Schülern vorgespielt; dann hatten die Schüler Zeit und Möglichkeit unsere Ipads und die benutzten Apps oder auch andere auszuprobieren und sich erklären zu lassen, was einige in Anspruch genommen haben; nach einer Pause haben wir uns überlegt, was wir mit den Schülern in der AG machen wollen und welchen Song wir ihnen beibringen wollen; wir haben uns in Abstimmung auf „Happy“ von Pharrell geeinigt und jeder hat sich ein Instrument ausgesucht, auf dem er den Song gerne spielen will; ich habe mir zusammen mit zwei anderen MadPad ausgesucht; so hat jeder seine Stimme eingeübt – wir zu dritt haben mit einigen Versuchen die Chor-/Backgroundstimmen aufgenommen und eingespielt; dann sind wir hoch gegangen zur AG und haben dann auf die Schüler gewartet; sie haben uns zuuerst ihren Song beigebracht – erst mal vorgespielt, wir haben uns dann ein Instrument ausgesucht, dass wir teilweise zu zweit dann gespielt haben, wir haben das Stück zusammen gebracht und dann hat jeder von ihnen gesagt, ob wir das gut gemacht haben oder nicht und was genau; daraufhin haben wir das Spiel umgedreht und wir haben ihnen ein Stück begebracht; ich und die anderen beiden meiner Gruppe haben dann zu dritt einem Mädchen die App gezeigt und ihr gesagt wann sie wo was drücken muss; den Rest der Zeit haben wir versucht die eine Stimme noch mal in der Parts neu aufzunehmen, was nur teilweise geglückt ist, wie wir uns das vorgestellt hatten; dann kam die Gruppe zusammen und die Schüler haben den Song versucht zusammen zu spielen;

     

  2. Was war anders als gestern?

    Der Auftritt vor einer großen unbekannten Gruppe in der Cafeteria; bei einer AG zu hospitieren und mal in einer Einrichtung mit so einer großen Gruppe fast im Verhältnis 1 Kind/Teenie zu 2 Pädagogen zu arbeiten/lernen; uns etwas von dem „Klientel“ musikalisch beibringen zu lassen

 

  1. Was war gleich?

    Wiederholung der drei Songs; einer Gruppe einen Song beizubringen und einen Song beigebracht zu bekommen; die anderen sich aussuchen zu lassen, welche Instrumente/Apps sie spannend finden und gerne lernen wollen; kennen lernen einer neuen App (in der AG), gemeinsames spielen auf einem Ipad (nur nicht auf Rockmate);

     

  2. Welche Fragen nehmen Sie für sich mit?

    Wie kann ich Apps eventuell mit Live-Musik im Unterricht gut verbinden? So dass man einige Effekte genießt und trotzdem wo Raum, Zeit und Potential da ist, den Schülern Skills an Instrumenten beibringt.. Warum haben wir die drei Tage nicht per Jamsession die neuen Stücke aufgenommen?

     

  3. Was war das Beste?

    Der Gedanke „The Fox“ von Ylvis mit meinen Schülern an Ipaids einzuüben → jeweils zu zweit wie heute in der AG; dass das Lied das wir den Schülern der AG beigebracht haben, nicht so gut geklappt hat, wie das Lied, dass die Schüler uns beigebracht haben, weil wir uns ein recht schwierig ausgesucht haben glaube ich; damit haben sie die Aufgabe „besser erledigt“ 🙂 ansonsten die Namen der Apps mitzunehmen, meinem Kollegen weitergeben zu können, da er angeboten hat, einige zu kaufen; beim Präsentieren/Auftritt eine gewisse Sicherheit beim Spielen der Apps zu haben, dass man sich nicht so doll verspielen kann (wie bei Auftritten mit anderen Instrumenten – auch da der Spaßfaktor noch mehr im Mittelpunkt stand und wir als große Gruppe dastanden); ich fande die Reaktionen der Schüler beim Vorspielen spannend bzw. hatte mich darauf schon gefreut, da Auftritte mit Ipads nicht so oft sind, wie Auftritte mit klassischen Instrumenten (zumindest wie mir bekannt) und die Schüler teilweise sich trotzdem mit Apps besser auskennen, als ich oder meine Kommilitonen

     

  4. Was war das Schlimmste? (→ Lsg.)

    dass einige ihre Finger nicht ruhig halten konnten oder die Sounds so stark aufdrehen mussten; die Schüler in der AG hatten das nach meinem Empfinden besser im Griff

Däi namber tu

18.03.2014

  1. Was haben wir heute gemacht?

    Heute hat uns der Dozent erst mal verschiedene Apps vorgestellt, die er interessant findet und die wir mal gesehen haben sollen; anschließend haben wir eine Stunde Zeit bekommen, um selber Apps mit Kopfhörern auszuprobieren; ich habe die erste Frage vom Vortag somit beantworten können: Wie arbeite ich auf Garageband mit Loops, wie kann ich mit verschiedenen Stimmen dort arbeiten; dazu habe ich die App Symphonie Pro kennen gelernt und mich näher damit auseinandergesetzt; wir haben nach einem gemeinsamen Soundcheck den Song von gestern (Madness) noch einige Male durchgespielt und Unklarheiten geklärt; nach der Mittagspause haben wir uns in den zwei Gruppen von gestern zusammen gesetzt, unsere Kompositionen noch mal durchgespielt und sie dann der anderen Gruppe jeweils begebracht => 1x vorspielen, jeder durfte sich ein Instrument/Pattern aussuchen, dass er lernen wollte, wir haben der anderen Gruppe 1 zu 1 den Song beigebracht jede Stimme für sich, dann das Lied zusammen gebracht mit Hilfestellung 1x und danach ohne 1x; nach jeweils einer Reflexionsphase haben wir uns anschließend in 4er-Gruppen zusammen gefunden und ein mitgebrachtes Lied an einem Ipad pro Gruppe eingeübt und den anderen dann vorgestellt; abschließende Reflexionsrunde;

     

  2. Was war anders als gestern?

    Größeren Einblick vom Dozenten an App- und damit Soundmöglichkeiten auf Ipads; mehr Zeit für uns selber zum Ausprobieren; wir haben uns gegenseitig etwas auf den Ipads beigebracht

 

  1. Was war gleich?

    Erarbeiten eines Songs in einer Gruppe, nur dass die Gruppe kleiner war; Song den wir spielen wollten, konnten wir gestalten wie wir wollten (nur mit der Vorgabe die eine App (Rockmate) zu nutzen); gegenseitige Vorstellen unserer Songs; wir konnten das Instrument auswählen, worauf wir Bock hatten (gestern beim Anfangssong wie heute beim gegenseitigen Beibringen)

     

  2. Welche Fragen nehmen Sie für sich mit?

    Welche Möglichkeit ist die beste bzw. kostengünstigste, mit drei Ipads gleichzeitig zu musizieren? Drei mal Boxen anschließen? Auch bei kleinen AGs bspw.; Wie werden wir morgen ganz praktisch an der Schule mit der AG arbeiten? → praktische Umsetzung mit Jugendlichen; Wie gut ist die Quali der Apps für professionelle Aufnahmen? Wie funktioniert es, aufgenommene Apps als mp4-Datei an nen Computer zu schicken?

     

  3. Was war das Beste?

    Ich konnte mit anderen Kommilitonen über ihren Erfahrungsschatz was Ipads im Arbeitsalltag angeht sprechen; wir konnten auch mal schauen, was man an einem Ipad in einer Gruppe mit einer App für Musik machen kann (kostengünstig) – was das aber auch qualitativ für einen Unterschied macht; Apps die andere (der Dozent) als gut oder wissenswert erachten kennenzulernen und damit mehr noch zu erfahren, was es alles so für unterschiedliche Apps gibt; den Vergleich zu sehen von teuren Computerprogrammen und günstigen Apps

     

  4. Was war das Schlimmste? (→ Lsg.)

    Meine Kopfschmerzen und damit der Lärmpegel und die ganzen „anstrengenden“ Sounds → viele Kommilitonen, die zwischendurch immer wieder ihre Apps angespielt haben; 

Däi namber won

17.03.2014

  1. Was haben wir heute gemacht?Wir haben uns mit Ipads beschäftigt, versucht das System von MusikApps zu verstehen und vor allem wie man sie anwendet, wie man gemeinsam damit in einer Gruppe musizieren kann, so dass jeder eine Rolle im gesamten Musikstück einnimmt und erarbeitet, was Vorteile vom Musizieren mit Ipads sind – sowohl musikalisch als auch pädagogisch;

    Wir haben erst versucht ein Lied komplett nachzuspielen durch Anhören des Musikstücks, Ausprobieren von verschiedenen Sounds mit Anleitung vom Dozenten, und dann erneutes Anhören des Musikstücks; dabei haben wir versucht die Sounds nachzumachen, die Akkorde und rhythmischen Patterns rauszuhören und dann gleichzeitig mit dem laufenden Lied mitzuspielen; dann haben wir das Lied gemeinsam in mehreren Anläufen versucht ohne Hintergrundmusik zu spielen → in weniger als 2 Stunden hatten wir das Lied ungefähr komplett verstanden und langsam mitspielen können; im Anschluss haben wir in zwei Gruppen jeweils ein Lied komponiert, dabei in meiner Gruppe vor allem erst einmal uns selbst mit weiteren Apps und der Vielfalt der Soundmöglichkeiten beschäftigt und wie man was in einen Song einfließen lassen könnte; daraufhin haben wir in der Gruppe die Sounds mehr oder weniger zusammen getragen und versucht mit Festlegung einer Akkordreihe daraus ein Musikstück zu komponieren und uns gegenseitig zu ergänzen; eine Person hat beim musizieren dann angegeben, wann ein Wechsel erfolgt; zum Schluss haben sich die Gruppen die Songs gegenseitig präsentiert

 

  1. Was haben Sie für sich mitgenommen?Vor allem habe ich mich jetzt das erste mal überhaupt mit einem Ipad und mit (Musik)apps auseinandergesetzt, einige kennen gelernt und dabei Spaß am Ausprobieren entwickelt; vor allem lehrreich war, dass wir gemeinsam die ganzen Ipads zusammen angeschlossen haben und somit verstanden haben, wie man gemeinsam in einer Gruppe mit Ipads musizieren kann, dabei aber auch alleine mit Kopfhörern üben kann und nacheinander andere hinzuschalten kann; Sounds die man mit anderen Instrumenten schwer oder gar nicht nachspielen kann, konnten wir mitspielen und hatten dabei fast alle sehr viel Spaß; wenn alle ein Harmonieverständnis haben, kann man schnell auf Ipads gemeinsam musizieren; Stimmen ist nicht notwendig und ersoart Zeit, oft kann man Akkordfolgen speichern und abrufen, womit auswendig spielen ein stück weit wegfällt; auch wenn man nicht groß Ahnung von nem Instrument hat, kann man sich schneller an ein neues herantrauen/-tasten; es erfordert genauso wie beim Musizieren mit klassischen Instrumenten Geduld und soziale Kompetenz, um aufeinander zu hören, sich gegenseitig Raum zu geben und auch mal vom eigenen Ipad wegzugucken

     

 

  1. Welche Fragen nehmen Sie für sich mit?Speziell bei Garageband: Wie arbeite ich mit Loops? Wie kann ich neue Instrumente einfügen und Spuren bearbeiten? → Speziell für mein Klientel notwendig, weil sie sich teilweise damit schon auskennen, nur ich nicht; Wie könnte ich mit meinen Schülern ausprobieren, nicht nur mit fertigen Loops zu arbeiten, sondern auch neue Klänge/Sounds auszuprobieren und evtl. auch mit 3 Ipads gemeinsam musizieren? → Pentatonik verwenden und Tonart einspeichern; simplen Beat bspw zeigen, der mit 2 Fingern einfach zu spielen ist; Wie kann ich die Ipads noch mehr mit in den Unterricht einbinden und gibt es eventuell Apps, die nützlich wären und meine Schule runterladen könnte?

Nachtrag zu App Day Two

Rockmate war nicht so der Renner für meinen Geschmack. Während man mit den meisten anderen Apps, die wir verwendet haben wirklich gute musikalische Dinge tun kann, lässt diese App nur auf´s einfachste reduzierte Aktionen zu, die höchstens Interaktion zwischen den App-tippern fördert aber eben nichts hervorbringt, was wirklich nach Musik klingt.

Aber lustig war´s schon, dass wir das gemacht haben…

App Day Three

1. Teil:

Nachdem wir alles aufgebaut hatten (der technische Aufwand ist doch nicht zu unterschätzen) haben wir den Tagesablauf besprochen. Der Plan sah vor, drei Stücke, das Muse-Stück und die beiden selbstkomponierten Stücke vom ersten Tag in der großen Pause, den Schülern vorzuspielen.
Wir haben etwa eine Stunde lang geübt und sind dann um kurz vor 12 Uhr in die Cafeteria gegangen und haben uns dort aufgebaut. Um 12.15 Uhr fing unsere Performance an. Angekündigt hatten wir uns spontan als „App BA“.
Trotz einiger Fehlerchen und Soundproblemchen haben wir uns gut geschlagen und kamen auch ganz gut an. Nach der Performance waren die Schüler eingeladen, sich die Apps anzuschauen und von uns erklären zu lassen. Viele waren sehr interessiert, einige hatten auch schon Erfahrung. Marcs Flyer zur Einladung in seine App-AG an der Schule gingen gut weg….

2.Teil:
Nach einer kurze Mittagspause haben wir zusammen überlegt, welchen Song wir gemeinsam der Band-AG beibringen möchten. Wir waren uns nicht sofort einig, was möglich ist und was nicht, haben uns dann aber (fast) einstimmig für „Happy“ von Pharrell Williams entschieden.
Ca. eine Stunde lang haben wir selbst Apps/ Instrumente rausgesucht, die wir spielen wollten und uns die Parts rauf geschafft, die wir später den Kids beibringen wollten.
Zum Start der Band-AG (15.30 Uhr) sind wir nicht fertig geworden, aber das war nicht so dramatisch…

Die 6 Kids haben uns ihren selbstkomponierten Song vorgespielt und beigebracht. Hinterher haben wir ihnen „Happy“ beigebracht. Erstaunlich wie schnell die Kleinen das drauf hatten…Hoffbauer+A2M IMG_0303 2

Kurz Resümee:

Der Workshop hat mich total überzeugt und mir sehr viele neue Ideen uns Sichtweisen gebracht. Meine Skepsis und Missachtung war ins Gegenteil verkehrt. Ich war und bin noch sehr inspiriert und werde mich wohl sowohl in pädagogischer als auch in privater Sache etwas mehr mit dem Thema befassen. Der Workshop war 1a angeleitet und konzipiert: Danke an Marc an dieser Stelle!

 

 

 

App Day Two

Marc hat uns interessante Apps vorgestellt. 

Meine sehr voreingenommene Meinung über das Ipad-Musizieren hatte sich schon am ersten Tag relativiert. Ich war skeptisch und war/ bin an sich davon überzeugt, dass Musik ein körperliches Moment braucht….

Aber die Heranführung an Apps, die nicht in erster Linie Kopien von echten Instrumenten sind, hat meine Sicht etwas geändert.
Das war sehr interessant…. Blut geleckt!!!

App Day One

1. Tag:
Vorstellung des Workshops. Was wird in den nächsten 3 Tagen passieren.

Teil 1):
Wir hören uns das Stück „Madness“ von Muse an und spielen es nach.
Soundmäßig kamen wir ziemlich an das Original ran, was wahrscheinlich daran lag, dass der Song genauso produziert wurde!?!?!
Am Anfang fand ich den Song ziemlich schrecklich. Der Sänger klingt sehr pathetisch für meinen Geschmack. Aber nach nur ein paar Durchläufen hatte ich mich daran gewöhnt und mochte ihn dann am Ende sogar. Was vielleicht daran lag, dass Marc ihn für meinen Geschmack besser (authentischer) gesungen hat. Und das Mitsingen hat auch irgendwie Spaß gemacht…

Teil 2):
Wir teilen uns in Gruppen auf. Rocco, Sandra, Dustin, Tobi und ich sind in einer Gruppe und komponieren zusammen unseren ersten App-Song.
Der Anfang war etwas wirr. Jeder probierte Apps und spielte durcheinander. Dann haben wir uns auf eine simple erste Form geeinigt auf der wir improvisierten. Bald folgte ein zweiter Teil und fertig war ein Stück mit einer einfachen A A B B A A BB – Form.

Komponieren mit Apps?

Die Studierenden bekamen am ersten Tag die Aufgabe, in kleinen Gruppen eine Eigenkomposition anzufertigen. Die Apps konnten dabei frei gewählt werden. Die Ergebnisse sind hier (aufgenommen mit einem Smartphone während einer Probe am Mittwoch) zu sehen und zu hören. Es soll jedoch als Work-in-Progress betrachtet werden. Wir hatten also keine aufwendige Kameratechnik, sondern nutzten die Ressourcen, die uns zur Verfügung standen.

Die bei mir durch das Sehen des Videos auftauchenden Fragen sind u.a.:

  • Welche Motive gab es für die Auswahl der Apps? Geht es dabei eher um Sound oder um Spielweise?
  • Wie bewerten die Musizierenden die (eigene) Spielweise der Apps? Was verändert sich für den Musizierenden beim Spielen auf mobilen Digitalgeräten?
  • Wie verlief das Arbeiten in den Gruppen? Wie haben es die Gruppen geschafft, ein Musikstück zustande zu bekommen? Welche ästhetischen und gruppendynamischen Einflüsse gab es dabei?
  • Inwiefern sind Oberflächen, die beispielsweise Klaviertastaturen nachahmen, überhaupt geeignet, um darauf zu musizieren?

Ich freue mich auf Antworten.

Beobachte den Beobachter?

Auch auf diesem Blog möchte ich von Zeit zu Zeit einiges zum Beobachter-Problem anführen:

Beobachte den BeobachterAn der Hoffbauerstiftung gab ich parallel zu diesem Workshop trimesterbegleitend ein Seminar zum Thema Informelles Lernen und Musikpädagogik. Als ich nun gestern (Dienstag 25.03.) nach dem Seminar mit einigen Studierenden ins Gespräch kam, wurde mir von einer interessanten Beobachtung berichtet:

Die Message des Seminarleiters?

Jedem, der unterrichtet, ist vielleicht ab und an aufgefallen, dass die eigenen Kurse irgendwie eine Message mit sich führen. Dies kann beispielsweise sein, dass von Psychologielehrenden geglaubt wird, sie hätten alle Teilnehmer_innen analysiert. Oder von Musiklehrer_innen wird teils geglaubt, sie hörten in ihrer Freizeit nur sogenannte klassische oder Wellness-Musik. Auch innerhalb des Workshops tauchte ein ähnliches Phänomen auf:

Diejenigen Teilnehmenden des Workshops, die auch mein Seminar besuchen, beobachteten mich – so erfuhr ich gestern – in Hinblick auf die Thematik offener Unterrichtsformen. Sprich: Es stand die unausgesprochene Frage im Raum, ob der Workshop sich nun an meinen Kurs anlehne und ich mein Verständnis von entsprechendem pädagogischen Handeln hier anbringen wolle. Die Antwort lautet eindeutig: Jein!

Offener oder geschlossener Unterricht?

Der Workshop legte den Schwerpunkt erst einmal auf das Musizieren mit Apps auf mobilen Digitalgeräten wie Smartphones und Tablets. So war mein Ziel für die drei Tage, Musizierformen mit Apps weitestgehend auszureizen. Ob und wie mir das gelungen ist, sei an anderer Stelle erläutert. Es sei so viel gesagt, dass Musik reproduziert, komponiert, improvisiert und aufgeführt wurde. Da dafür (nur) drei Tage zur Verfügung standen und ich mir meine Erfahrungen mit Workshops vor Augen führte,  habe ich viele Teile vorgegeben. (Nennen wir letzteres Unterrichtsplanung)

  • Darunter die Auswahl des ersten gemeinsamen Songs Madness von Muse, die Einschränkung  von vorgegebenen Apps (z.B. Rockmate oder meine eingeschränkte Begeisterung für GarageBand).
  • Andererseits gab es auch etliche freie Teile innerhalb des Workshops. Die Gruppen haben Kompositionen angefertigt und selbst gewählte Musik gespielt.
  • Wer mich kennt, der weiß zum Beispiel, dass ich häufig keine Noten mitbringe, denn Musiklesen fördert im Unterricht oft nur die Fähigkeit, Musik zu lesen, und weniger das Zusammenspiel als Gruppe. (Ich freue mich bereits hier auf Kommentare 🙂 )

Aurales Musiklernen

Das notenfreie Musizieren zielt einerseits auf ein Spielen nach Gehör (aurales Lernen) ab, wie es auch für informelles Musiklernen typisch ist.  Andererseits habe ich gute Erfahrungen dahingehend gemacht, dass die Teilnehmenden schneller (für mich beobachtbar) kollaborativ arbeiten. Das heißt beispielsweise, dass untereinander Akkorde ausgetauscht werden, man aufeinander hören muss und dass mit den Musikapps herumexperimentiert wird.

Lehrer, Schüler und Anwesende?

Ich sehe mich weiter immer auch als ein Mitglied der Gruppe. Trotz meiner exponierten Rolle als sogenannte Lehrperson arbeite ich nicht mit Gruppen, sondern bin selbst durch meine Anwesenheit Teil der Gruppe, mit der ich arbeite. Ich arbeite demnach in Gruppen. Demnach versuche ich gewissermaßen beim gemeinsamen Musizieren im Plenum die Rolle des Moderators sowie des Mitmusizierenden zu vereinen. Ich gebe zu, dass ich gelegentlich zur Besserwisserei tendiere, aber das kann man auch bei sogenannten Lernenden ab und an beobachten. Entscheidend ist für mich, dass man als Pädagoge in jenen Situationen sich selbst den Auftrag erteilen kann, den Beobachter zu beobachten. Denn meine Entscheidungen werden dann nicht per se gut für die Gruppe. Wie sollte man so etwas auch beobachten? Meine Entscheidungen sind für meine Beobachtung wirksam. Wenn ich beispielsweise eine fehlerhaft beobachtete Akkordfolge korrigiere, dann ist das positiv für meine folgenden Beobachtungen  und die darin gekoppelten Entscheidungen: Im besten Fall werde ich dann nicht mehr die fehlerhafte Akkordfolge beobachten müssen und kann mich auf anderes konzentrieren (z.B. Zusammenspiel). Ob dies nun für den jeweiligen Lerner gleichsam positiv ist, ist m.E. unbeobachtbar.

We made Rock with »Rockmate«?

Was kommt raus, wenn vier Musizierende gleichzeitig eine App nutzen?

Am Dienstag hatten die Studierenden die Aufgabe, in kleinen Gruppen bis zu 4 Teilnehmer_innen ein selbst gewähltes Musikstück gemeinsam auf einer App zu spielen. Ziel war es, die App Rockmate näher kennenzulernen und gleichzeitig eine Möglichkeit zu erproben, wie die Interaktionen gesteigert werden könnte.

Stärkeres Interagieren!

Am Montag wurde in der Abschlussreflexion beklagt, dass das Orientieren an den anderen Musizierenden doch streckenweise zu kurz gekommen war. Nun sei dazu gesagt, dass am Montag der größte Teil der Studierenden zum ersten Mal in ihrem Leben auf Tablets Musik machten. Dadurch, dass die Oberflächen geräte- und  App-bedingt anders sind als bei traditionellen Instrumenten, waren einige nach deren Aussage stark damit beschäftigt, sich auf das ‚Treffen der richtigen Töne‘ zu konzentrieren.

Rockmate als DIE Lösung?

Als die Aufgabe bekannt gegeben wurde, waren nicht gleich alle begeistert: Die App schränke sehr stark ein, da es nur vier Möglichkeiten (2x Gitarre, Schlagzeug, Keyboard) gibt. Nicht einmal Bass!

Die Gruppen erarbeiteten sich innerhalb von 40min einen Song. Dabei mussten sie  die Akkorde einstellen, die Spielbarkeit austesten (besonders beim etwas klein geratenen Schlagzeug 🙂 ) und als Gruppe zusammenspielen.

Die Ergebnisse lassen sich hören, zeigen allerdings auch gewisse Schwachstellen wie besonders die Koordination der Finger beim Spielen.

 

In der Reflexion war die Gruppe geteilter Meinung: Einerseits bietet die App Rockmate eine Möglichkeit, um nicht 4 Tablets gleichzeitig nutzen zu müssen (Man denke an größere Gruppen), andererseits war für viele die gestalterische Freude eingeschränkt.

 

Aber sehen und hören Sie selbst.